Die Bewohner des Jakob – Albrecht Hauses

und die Pfullinger Emk-Gemeinde

 

Die Bewohner des Jakob-Albrecht Hauses haben sich wieder einmal riesig gefreut über die Sachspenden, welche bei der Weihnachtsfeier auf dem großen Billardtisch aufgebaut waren. Dies soll der Anlass für Dank und auch dafür sein, dass die Gemeinde etwas mehr über die Arbeit des Freundeskreises erfährt.

Der Freundeskreis mit den Bewohnern des JAH besteht seit das JAH für die Adaptionsphase der Suchtabhängigen eingerichtet wurde. Er soll eine Verbindung zwischen der Gemeinde und den Bewohnern herstellen und diese in ganz verschiedenen Situationen unterstützen. Das kann z. B. der Fall sein, wenn ein Bewohner dem Druck Suchtmittel einzunehmen kaum noch standhalten kann. Oder einer wurde rückfällig und möchte zu einer Klinik gebracht werden. Oder jemand möchte gerne Familienmitglieder besuchen, hat für öffentliche Verkehrsmittel aber nicht mehr genug Geld. So gibt es noch viele Situationen, in denen ein Bewohner froh ist, wenn jemand aus dem Freundeskreis ansprechbar ist.

Damit man sich kennenlernen und ins Gespräch kommen kann, wurde für jeden 2. Samstag ein gemeinsamer Brunch eingerichtet. Die Bewohner decken den Tisch und kochen den Kaffee. Das Ehepaar, das sich für diesen Samstag eingetragen hat, bringt das Essen und weitere Getränke mit. Der Brunch beginnt um 11:00 und wird ca 13:00 beendet. Die Abläufe richten sich weitgehend nach dem jeweils betreuenden Ehepaar. Zu Beginn wird nach der Begrüßung meist ein Gebet gesprochen und/oder ein Impulstext vorgelesen. Dieser kann später auch als Einstieg für die Gespräche dienen. Da die Bewohner meist zwischen einem halben und einem Jahr da sind, ist die Fluktuation groß und die gegenseitigen Vorstellungen nehmen viel Raum ein. Oft wird berichtet, wie jemand süchtig wurde und was das für sein Leben bedeutete und bedeutet. Daran können sich Gespräche über Probleme des Einzelnen und der Gesellschaft entwickeln. Wie hat der Einzelne dabei den Glauben an Gott erfahren? Welche Stärkung kann jemand erfahren, wenn er einen liebenden Gott und einen Jesus kennenlernt, der niemand links liegen lässt? Wie kann ein Schwarz-Weiß-Denken überwunden werden? Kann es hilfreich sein, wenn die Bewohner merken und auch gesagt bekommen, dass die Mitglieder des Freundeskreises sich keineswegs überheben, sondern genauso gegen Süchte ankämpfen?

Viele Fragen, für die oft keine Antworten parat liegen, sondern die zu einem gemeinsamen Suchen anregen.

Der Brunch wird oft mit einer Segensbitte beendet.

Ich hoffe, dass ich kleine Einblicke in die „Arbeit“ des Freundeskreises geben konnte. Wer noch mehr erfahren will, kann sich gerne an die Ehepaare Dauner, Rehefeld, Wirth und Ziefle und auch an Pastor Lacher oder Andreas wenden, die sich häufig die Zeit nehmen, bei den Brunches dabei zu sein.

 

 Karl Ziefle