„Nehmt einander an“- ein Jahr Asyl Café´

 

 

Hier wird die Jahreslosung von 2015 gelebt - alle sind willkommen, jeder wird so aufgenommen, wie er ist. Diana, eine der sehr engagierten Übersetzerinnen, beschreibt so den Geist, der im Asyl Café herrscht.

 

Jeden Dienstagnachmittag erleben wir unser Gemeindehaus als offenen Ort der Begegnungen. Wir freuen uns auf diese Stunden, das ist der Grundtenor  der Aussagen, die ich bei meiner kleinen Umfrage im Helferkreis gehört habe.

 

Es gibt mancherlei Gründe dafür, dass wir uns gerne am Asyl Café beteiligen. So ist Marianne beeindruckt von der Bereitschaft der Gäste von sich zu erzählen. Sie hatte ein interessantes Gespräch mit einem jungen Mädchen über die Kopftuchfrage. Der Blick auf die Welt mit den Augen der Flüchtlinge, der Wechsel der Perspektive hilft uns zum Verständnis, meint Sonnhild, die den Menschen gerne bei der Integration helfen will. Ursula fällt auf, dass die Flüchtlinge lockerer werden, auch im Umgang miteinander, sie strahlen und sie freuen sich, wenn man sie auf der Straße trifft.

Wichtig ist auch die Dynamik, die in unserer Helfergruppe entstanden ist. In diesem Jahr ist eine große Vertrautheit gewachsen, wir können uns aufeinander verlassen. Es gibt keine Hierarchie, jeder hat seine Aufgabe gefunden und wir schätzen uns gegenseitig.

Marlis tut es gut in der Beschäftigung mit den Kindern, die spüren, dass man ihnen wohl gesonnen ist, eine Aufgabe gefunden zu haben. Die „Schüler“ im Deutschkurs haben dank Bettina und Hans gute Lernerfolge. Die beiden erstellen zusätzlich zum Lehrbuch eigenes Unterrichtsmaterial und unterrichten  zweimal in der Woche (einmal im Paul-Gerhardt-Haus). Mittlerweile leisten auch andere Helfer Unterstützung beim Erlernen der Sprache. Gerda sieht man die Freude am Kontakt mit den Gästen an, wenn sie umsichtig und fröhlich für Nachschub bei Kaffee und Kuchen sorgt.  Karin, die auch Flötenunterricht anbietet, schätzt die Großzügigkeit unserer Gemeinde, die uns die Räume überlässt. Vielen Dank! Begeistert sind wir alle von unserem Pastor Oliver Lacher, der regelmäßig als „normaler“ Teilnehmer dabei ist und insbesondere den Tischkickerspielern imponiert. Zum Wohlfühlen trägt natürlich ebenso der schöne Tischschmuck bei, gerade inspiriert von der österlichen Frühlingszeit (Danke an Ingrid und Marianne!).

Schön ist auch, dass uns immer wieder neue Leute besuchen, die einen Einblick in das Geschehen im Asyl Café bekommen möchten. So auch Schüler eines Religionskurses, die durch Interviews die Flüchtlinge kennenlernen wollten. Anfang des Jahres faszinierte uns ein Zauberer mit seiner Kunst. Großartig war der überraschende Besuch einer jungen Frau mit ihrer kleinen Tochter in der Woche vor Ostern. Zur Freude aller hat sie fünfzig kleine Blumentöpfe, liebevoll verpackt und dekoriert, als Ostergeschenke verteilt.

Alle Helfer halten das Asyl Café für eine tolle Sache, es ist uns ans Herz gewachsen.

Vielleicht haben auch junge Leute einmal Lust, dieses Weltcafe´ zu erleben.

 

Herzliche  Grüße

Reinhild Krauß

 

 

 

 

 

 

Eine ganz besondere Gemeinde Unser Asyl-Café

 

 

Schon seit über einem halben Jahr kommen Menschen aus vieler Herren Länder in unserem Gemeindehaus zusammen. Dort treffen wir z. B. Elise und Brigitte, zwei nette Frauen aus Kamerun. Elise war amüsiert darüber, dass ein altes Pfullinger Wohngebiet Kamerun genannt wird. Wir begegnen vielen temperamentvollen Kindern, die Leben ins Haus bringen. So auch die fünfjährige Gökze aus Mazedonien, die gerne Kindergartenlieder singt und Seifenblasen mag. Sie gehören zu einer großen Hausgemeinschaft mit einer Roma Familie, einer iranischen

Familie und verschiedenen Familien aus Mazedonien. Alle haben unser Asyl- Café kennengelernt, manche kommen regelmäßig, andere eher selten. Zu dieser Dienstagsgemeinde“ gehören darüber hinaus syrische und tschetschenische Flüchtlinge und ein Jugendlicher aus dem Kosovo. Kinder, Frauen und Männer aus drei Kontinenten, die viele verschiedene Sprachen sprechen und von unterschiedlichen Kulturen und Religionen geprägt sind, begegnen sich in einer offenen, freundlichen und friedlichen Atmosphäre.Was passiert in diesen zwei Nachmittagsstunden? An wunderschön jahreszeitlich geschmückten Tischen ( das verdanken wir Ingrid Kuhn) gibt es Kaffee und vielerlei Kuchen. Doch muss niemand backen oder einkaufen: Rosi, eine Übersetzerin, arbeitet bei der Bäckerei K & U und bringt von dort kostenlos Gebäck mit. Man unterhält sich, lernt sich kennen und tauscht Informationen aus. Die Kinder malen, spielen und basteln im Jungscharraum oder gehen in den Garten. Besonders beliebt ist der Tischkicker. Weiterhin gibt es Deutschkurse und Beratungsgespräche oder es werden Aktionen geplant. Auch wir Pfullinger Helfer sind eine buntgemischte Schar. Leute aus allen Pfullinger Kirchengemeinden und darüber hinaus bringen sich ein. Es ist ein herzliches

Zusammenarbeiten, das alle bereichert. In der Zwischenzeit wächst auch das Interesse von außerhalb: Kinder aus der Kinderkirche und Konfirmanden haben sich angekündigt Was eint alle unsere Gäste? Sie brauchen eine neue Heimat, in  der sie im Vertrauen auf ihre Mitmenschen in Zukunft hoffnungsvoll leben können. Wünschen wir ihnen das von Herzen! Ich freue mich sehr, dass unsere Gemeinde ihre Räume zur Verfügung stellt und lade alle, die das Asylcafe kennenlernen möchten zum Kommen ein.

 

Reinhild Krauß

 

 

 

 

.